06.02.2019

Eintopf mit Miso, Chinakohl und würzigem Hackfleisch

Hierzulande gehören Eintöpfe zu den weniger bekannten Gerichten der japanischen Küche - ganz zu Unrecht wie ich finde. Denn auch in dieser Kategorie gibt es viel Leckeres zu entdecken, das mich zu diesem Rezept mit einer kräftigen Brühe auf Miso-Basis, viel Chinakohl und einem Topping aus würzigem Hackfleisch inspiriert hat. Die Kombination ist zwar nicht ganz traditionell, aber kann ich versichern: Sie schmeckt wirklich köstlich.




Zutaten für zwei Portionen

Für die Brühe:
1 kleiner Chinakohl
ca. 400 ml Wasser
3 EL Misopaste
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 EL geriebener Ingwer
1 EL Sake
1 EL Tahin
1 EL Sesamöl
1/4 TL Cayennepfeffer

Für das Hackfleisch:
200 g Schweinehackfleisch
2 EL Sojasauce
1 EL geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehe
ca. 1 TL Cayennepfeffer
Sesamöl

Außerdem:
200 g Mais aus dem Glas
2 Frühlingszwiebeln

Zubereitung

Zunächst die Brühe vorbereiten. Dafür die Zutaten bis auf den Chinakohl und das Wasser zu einer Paste pürieren. Die Paste in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze ein paar Minuten andünsten. Danach das Wasser dazugießen und rühren, bis die Paste sich komplett aufgelöst hat.

Den Chinakohl der Länge nach Vierteln, sodass die Viertel jeweils noch am Strunk zusammenhalten. Dann - je nach Größe des Chinakohls - die Viertel quer in zwei oder drei Teile schneiden. Dicht an dicht aufrecht in einen nicht zu großen Topf schichten, sodass möglichst wenige Zwischenräume frei bleiben. Die Misosuppe dazugießen, kurz aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel für etwa zehn Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit das Hackfleisch mit der Sojasauce, dem Ingwer, einer gepressten Knoblauchzehe und dem Cayennepfeffer vermischen. Etwas Sesamöl in einer Pfanne erhitzen und das Hackfleisch darin scharf anbraten, bis es krümelig wird. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden und den Mais abgießen. Zum Servieren Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Mais auf dem Eintopf verteilen.



Vor einem Jahr: Sauerteigbrot mit Walnüssen und Traubensaft
Vor zwei Jahren: Knusprige Schwarzwurzeln in Zitronen-Dill-Panade
Vor drei Jahren: Japanischer Matcha-Kuchen mit weißer Schokolade
Vor vier Jahren: Dutch Baby Pancake
Vor fünf Jahren: Möhrensuppe mit Quinoa
Vor sechs Jahren: Tarte au citron
Vor sieben Jahren: Maisrisotto mit Sour Cream

26.01.2019

Karamellisierter Käsekuchen mit Schokolade und Vanille [Brûlée Cheesecake] & Buchtipp

Dieser Cheesecake ist in vielerlei Hinsicht besonders: Besonders schön anzusehen, besonders mächtig und ganz besonders lecker. Der schokoladige Mürbeteigboden wird mit einer cremigen Masse aus Frischkäse und Ricotta gefüllt, von der eine Hälfte nach Vanille und die andere nach Schokolade schmeckt. Zum Schluss folgt dann auch noch eine knusprige Schicht Karamell.




Verantwortlich für dieses Wahnsinnsrezept ist Donna Hay, die mit "Modern Baking" mal wieder ein neues Koch- bzw. Backbuch veröffentlicht hat. In meinem Kochbuchregal finden sich bereits mehrere ihrer Bücher, weshalb ich auch ihr neuestes Werk mit großen Erwartungen gelesen habe. Die Fotos haben diesen Erwartungen mehr als entsprochen: Großformatig, stilvoll, appetitanregend. Was den Inhalt angeht, fällt meine Meinung nicht ganz so eindeutig aus. Das Buch ist entsprechend der Hauptzutaten der jeweiligen Backwerke gegliedert: "Schokolade", "Karamell und Kaffee", "Zucker und Gewürze", "Obst und Beeren" sowie "Milch und Rahm". Zu jedem dieser Abschnitte gibt es zwei Unterkapitel, die "Quick Fix" und "Fresh and Light" heißen. Die Rezepte unter den Hauptzutaten gefallen mir gut, sie sind abwechlungsreich und decken alle möglichen Anlässe und Geschmäcker ab. (Eine kleine Ergänzung zum Thema Geschmack: Mir sind alle Rezepte viel zu süß, weshalb ich die Zuckermengen radikal reduziere - in diesem Fall um mehr als die Hälfte. Im Originalrezept ruht die Käsemasse außerdem nicht auf einem Mürbeteig, sondern auf einem Kekskrümelboden - mit extra Zucker, klar.) Die Quick Fixes sind eine Mischung aus fertig gekauften Zutaten und wenig Arbeitsaufwand. Völlig okay, wenn man schnell und unkompliziert etwas Süßes möchte. Überhaupt nicht mein Ding sind dafür die Rezepte, die im Buch unter der Kategorie "frisch" und "leicht" laufen. Da wird zum Beispiel Vollmilch durch Zartbitter ersetzt, Zucker durch Ahornsirup und Butter durch Öl, aber am Ende sind die Ergebnisse nicht weniger kalorienreich oder gesünder als die der anderen Kapitel. Wobei ich zugeben muss, dass sie genauso lecker aussehen und bestimmt auch so schmecken. Letztendlich bleibt es trotzdem ein schönes Buch mit vielen guten Rezepten. Wer Donna Hays Bücher ohnehin schon kennt und mag, wird an diesem hier ebenfalls Freude haben. Und wer sie nicht kennt, wahrscheinlich auch. "Modern Baking" wurde mir vom AT-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.



Zutaten für eine Form mit 18 cm Durchmesser

Für den Teig:
130 g Mehl
70 g Butter
50 g Zucker
30 g Backkakao
3-4 EL Wasser
1 Messerspitze Salz

Für die Füllung:
400 g Frischkäse
250 g Ricotta
75 g Zucker
3 Eier
1,5 EL Speisestärke
1 TL Vanilleextrakt
125 g Zartbitterschokolade

Zum Karamellisieren:
2 EL Zucker

Zubereitung

Den Ofen auf 150°C vorheizen und die Backform einfetten. Für den Mürbeteig alle Zutaten bis auf das Wasser in eine Schüssel geben. Die Butter mit Fingern in die trockenen Zutaten reiben, bis alles eine fein krümelige Konsistenz hat. Dann soviel Wasser dazugeben, bis ein zusammenhängender Teig entstanden ist. Etwas weniger als die Hälfte davon zu einem Kreis mit 18 cm Durchmesser ausrollen und in die Backform legen. Den Rest zu einem langen Streifen ausrollen. Den Rand der Form damit auskleiden und unten gut am Teigkreis im Formboden festdrücken. Überstehende Ränder mit einem scharfen Messer abschneiden und die Teigreste ggf. nutzen um den Rand zu verstärken.

Für die Füllung zunächst Frischkäse, Ricotta, Zucker und die Eier verrühren. Zwei Drittel davon in eine zweite Schüssel füllen und die Speisestärke sowie den Vanilleextrakt unterrühren. Die Zartbitterschokolade langsam erhitzen, bis sie geschmolzen ist. Langsam und unter Rühren in das übrige Drittel der Käsefüllung gießen. Die Schokoladenfüllung in den Mürbeteig geben und glatt streichen. Dann die Vanillefüllung darauf verteilen.

Den Kuchen für 50 Minuten backen. Er sollte dann an den Rändern schon etwas fester, in der Mitte aber noch (sehr) weich sein. Den Ofen nach Ablauf der Backzeit ausschalten und den Kuchen bei geschlossener Ofentür für weitere 20 Minuten darin lassen. Anschließend herausholen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Zum Schluss sollte der Kuchen mindestens drei Stunden lang im Kühlschrank fest werden.

Wer möchte und über einen Flambierbrenner verfügt, kann vor dem Servieren noch Zucker auf den Kuchen streuen und flambieren, bis er goldbraun und knusprig ist.



Vor einem Jahr: Kumquat-Marmelade
Vor zwei Jahren: Risotto mit Steinpilzen und Parmesan
Vor drei Jahren: Tortas de aceite mit Olivenöl, Anis und rotem Pfeffer
Vor vier Jahren: Kartoffel-Wirsing-Suppe mit Bacon
Vor fünf Jahren: Karamellisierter Fenchel
Vor sechs Jahren: Pastasotto mit getrockneten Tomaten, Mascarpone und Pinienkernen
Vor sieben Jahren: Quiche aux légumes
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