11.02.2020

Äthiopischer Kürbiseintopf mit Berbere-Gewürzmischung & Buchtipp

Bevor ich diesen Eintopf gekocht habe, war die äthiopische Küche etwas völlig Neues für mich. Und auch jetzt bin ich noch lange keine Expertin, aber eins weiß ich: Ich will mehr davon. Die Berbere-Gewürzmischung schmeckt würzig, sehr aromatisch und macht aus dem schlichten Kürbiseintopf eine ganz schöne Geschmacksexplosion. Als Beilage würde man traditionell Injera reichen, ein pfannkuchenähnliches gesäuertes Fladenbrot. Weniger authentisch, aber auch lecker und für die meisten einfacher in die Hände zu bekommen, ist ein Lavash. (Und wenn wir schon beim Lavash sind, dann kann man auch noch einen unauthentischen, aber leckeren Klecks Joghurt dazugeben.)




Berbere, Injera, Ajowan-Samen, Besobela - das ist nur ein Bruchteil der unbekannten Zutaten, auf die ich in Yohanis Gebreyesus "Ethiopia" gestoßen bin. Es beginnt mit einer kurzen Einführung in die Geschichte der äthiopischen Küche. Dort stehen etwa sehr viele vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan, was mit der Entwicklung des Christentums im Land zu tun hat: Während der langen Fastenzeiten durfte schlicht kein Fleisch gegessen werden. Heute ist ein Drittel der Bevölkerung muslimisch, was sich kulinarisch vor allem in Form von Süßspeisen wie Halva bemerkbar macht. Daneben spielt allein schon die Größe des Landes eine Rolle. Äthiopien ist eines der größten Länder Afrikas und die unterschiedlichen geografischen Bedingungen sowie die verschiedenen Volksgruppen tragen jeweils ihren Teil zur Vielfalt der Küche bei. Die zu beschreiben fällt mir zugegeben schwer - wo anfangen? Vielleicht beim Teff, dem am meisten angebauten Getreide in Äthiopien. Aus ihm wird das bereits erwähnte Injera zubereitet, das Hauptnahrungsmittel vieler Menschen. Es wird übrigens auch als Teller genutzt, um die Gerichte darauf zu servieren. Dann gibt es noch die Gewürze und Gewürzmischungen, die nicht zu knapp verwendet werden und die das Essen so aromatisch machen. Dazu gehört auch Berebere, das in vielen Gerichten zum Einsatz kommt und traditionell mehrere Tage zur Herstellung in Anspruch nimmt. Oder Kulet, eine Mischung aus Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer, die die Basis vieler Schmorgerichte bildet. Ein paar Beispielgerichte quer durch die Kapitel: Kichererbsen mit scharfer Leinsamensauce, mit Räuchermilch überbackene Kartoffeln, Hähnchen mit Orangen in Tej-Sauce, in Butter geröstete grüne Kaffeebohnen. Letztere werden wie Nüsse als Snack geknabbert. Für mich klingt das alles neu, spannend und lecker und ich werde ganz sicher noch einige Rezepte aus "Ethiopia" nachkochen. Es wurde mir vom Knesebeck Verlag als Rezensionsexemplar zugeschickt.



Zutaten

Für die Gewürzmischung:
50 g getrocknete Chilis (mittelscharf)
2 TL getrocknete Zwiebeln
1 TL getrockneter Knoblauch
1 TL gemahlener Ingwer
1/2 TL Schwarzkümmel
1/2 TL Gewürznelken
1/4 TL Zimt
1/2 TL Salz
1/2 TL Ajowan-Samen (alternativ 1/4 TL getrockneter Thymian und 1/4 Kreuzkümmelsamen)
(1/4 TL getrocknetes Besobela falls möglich)

Für den Eintopf:
500 g Kürbis (entkernt und ggf. geschält)
250 ml Wasser
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1-2 EL Berbere
3 Kardamomkapseln
Rapsöl
Salz

Zubereitung

Zunächst die Berbere-Gewürzmischung vorbereiten. Dafür den Schwarzkümmel, die Gewürznelken und ggf. die Ajowan-Samen in eine kleine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze anrösten, bis sie intensiv duften. Zusammen mit den anderen Gewürzen in eine Gewürzmühle geben und alles zu einem feinen Pulver mahlen. Falls keine Gewürzmühle vorhanden ist, geht das auch mit dem Mörser, am besten nacheinander in kleineren Portionen.

Für den Eintopf die Zwiebeln in feine Würfel schneiden, den Knoblauch fein hacken und die Kardamomkapseln andrücken. Den Kürbis in größere Würfel schneiden. Die Zwiebeln in einen Topf geben bei schwacher bis mittlerer Hitze dünsten, bis sie glasig sind. Dann Knoblauch, Kardamom sowie Berbere zu den Zwiebeln geben und unterrühren. Den Deckel auf den Topf legen und alles für etwa zehn Minuten garen. Dabei immer wieder umrühren und, falls die Mischung am Topfboden ansetzt, etwas Wasser dazugeben.

Dann die Kürbiswürfel dazugeben und mit den 250 ml Wasser übergießen. Kurz aufkochen lassen und dann bei mittlerer Temperatur mit angekippten Topfdeckel für etwa 25 Minuten köcheln lassen. Der Kürbis sollte am Schluss sehr weich sein und ein Großteil der Flüssigkeit verkocht.



Vor einem Jahr: Eintopf mit Miso, Chinakohl und würzigem Hackfleisch
Vor zwei Jahren: Pochiertes Hähnchenbrustfilet, Kichererbsen und Kürbis mit Joghurt-Tahini-Sauce
Vor drei Jahren: Polenta mit gerösteten Weintrauben und Tomaten, Parmesan und Parmaschinken
Vor vier Jahren: Chai-Kuchen mit Orangen-Honig-Creme
Vor fünf Jahren: Dulce de leche aus dem Ofen
Vor sechs Jahren: Möhrensuppe mit Quinoa
Vor sieben Jahren: Tarte au citron
Vor acht Jahren: Hirsepfanne mit Spinat, Datteln und Feta

1 Kommentar:

  1. Vor ein paar Tagen habe ich das Rezept nachgekocht, dabei jedoch nur frische Zwiebeln und Knoblauch verwendet. Da ich öfters indisch koche, hatte ich fast alle Gewürze im Haus. Hätte beim Rezept nicht äthiopisch gestanden, hätte ich auf nordindisch getippt.

    Der Ajowan bestimmt den Geschmack. Den kann man eigentlich nicht ersetzen. Kreuzkümmel würde eine ganz andere Note ergeben. Eine bessere, wie ich finde.

    LG Sonia

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